Titus Stahl

Auswirkungen der Exzellenzinitiative auf WissenschafterInnen am Anfang ihrer Karriere

Auf dem Theorieblog diskutiert Katia Backhaus mehrere Berichte über die Auswirkungen der Exzellenzinitiative auf die Situation des sogenannten “wissenschaftlichen Nachwuchs” – wie nicht anders zu erwarten war, wird die strukturelle Prekarität der von dieser Initiative geschaffenen Stellen auf lange Sicht zu einer Verschärfung der Konkurrenzsituation führen:

Auch wenn im Rahmen der Initiative eine größere Zahl von Nachwuchswissenschaftler_innen an den Universitäten beschäftigt worden sei, habe dies „die Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses – inklusive der Beteiligung von Frauen im Wissenschaftsbetrieb – allerdings nicht nennenswert verbessert, sondern die endgültige Entscheidung über eine akademische Karriere eher zu höherem Alter verschoben.“ (S. 29) Denn es handelt sich in der Regel allein um befristete Stellen. In Zahlen ausgedrückt heißt das, dass von den insgesamt etwa 7240 Stellen, die insgesamt durch die Exzellenzinitiative geschaffen wurden, lediglich 434 Professuren bzw. Juniorprofessuren waren (S. 28). Eine konkretere Zahl in Sachen Entfristung, bezogen auf die Exzellenzcluster, bietet der Bericht der Gemeinsamen Kommission zur Exzellenzinitiative an die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz: Von 285 clusterfinanzierten Professuren sind 56% befristet, weitere 15% mit Tenure-Track-Option (S. 66f.).